Konzept für den pädagogischen Tag

Corona als Chance sehen, Digitales vorantreiben

„Von Kollegen für Kollegen; Sharing is caring“

Unter diesem Motto sollte unser pädagogischen Tag stattfinden. Zuerst wurde er als Präsenzveranstaltung geplant und änderte sich dann eine Woche später zum rein digitalen pädagogischen Tag. Ich hatte auf mehreren Blogs und in unterschiedlichen Fachbüchern etwas über das Konzept der Mikrofortbildungen gelesen und fand die Idee sehr ansprechend: kurze Fortbildungen z.B. 45 min. Dauer im Kollegium anzubieten. Hierbei kommen auch die Referenten direkt aus dem Kollegium um so direkt aus ihrer Praxis zu berichten, dadurch werden die KuK aktiviert und motiviert. Im folgenden wird die Planung des pädagogischen Tages kurz dargestellt:

  • Vorstellen des Konzepts Kurskiosk/ Mikrofortbildungen
  • Referenten und ihre Themen finden: Dies wurde mit etwas Vorlauf durch Aushänge im Lehrerzimmer und persönliche Gespräche gestaltet. Die Referenten sollten ihre Vorschläge  auf einem ZUMpaed sammeln, um mögliche Überschneidungen zu vermeiden und gleichzeitig die Absprache der Referenten untereinander zu ermöglichen.
  • Erstellen eines Padlets: Auf diesem werden alle Mikrofortbildungen in die unterschiedlichen Zeitschienen eingetragen. Hierbei können schon Rahmenbedingungen der Referenten (Räume, Ausstattung, Teilnehmeranzahl, digital, analog) berücksichtigt werden. Die Mikrofortbildungen werden mit einem kleinen Info-Text, oder auch einem kleinen Video beschrieben. Mithilfe des folgenden Links kommen Sie auf den pädagogischen Tag Kempten an dem insgesamt 33 Mikrofortbildungen rein digital stattgefunden haben. Hier erhaltet ihr einen kleinen Einblick in unseren Pädagogischen Tag:  

Made with Padlet
Padlet pädagogischer Tag BS-Kempten im Format der Mikrofortbildungen
  • Die Kolleginnen und Kollegen können sich online über die Kommentarfunktion eintragen und so ihre eigenen Interessen auswählen. Durch das große Angebot konnten die einzelnen Gruppen klein gehalten werden. Das digitale Eintragen hat den Vorteil, das es keine große Gruppe vor einem Papierplakat im Lehrerzimmer gibt und auch das Eintragen in Ruhe von zu Hause stattfinden kann. Ein ganz großer Vorteil dieses Formates ist es KuK die evtl. selbst an diesem Tag ihre eigenen Kinder betreuen müssen einzubinden, diese können digital leichter von zu Hause teilnehmen und sich parallel um Ihre Kinder kümmern.
Laufzettel für KuK
  • Abhalten des päd. Tages, jeder bekommt einen Raumplan bzw. Zeitablauf für welches Angebot er/ sie sich eingetragen hat.
  • Der pädagogische Tag fand dieses Jahr komplett digital statt, alle Angebote konnte via Teams mitgemacht werden.
  • Dokumentation der einzelnen Workshops/ Mikrofortbildungen erfolgte über digitale Handouts die auf OneDrive dem gesamten Kollegium zur Verfügung gestellt wurden. Somit kann auch noch mal nachgelesen werden, was in Fortbildungen stattfand, die man selbst nicht besuchen konnte.
  • Feedback zur Veranstaltung wurde im Anschluss über MS-Teams abgefragt.

Im Nachhinein war der pädagogische Tag ein voller Erfolg mit einem neuem Konzept und weniger Aufwand für einen Einzelnen als die Jahre zuvor. Vieles wurde von Kolleg*Innen mitgenommen und in den folgenden Wochen ausprobiert. Ich habe selten so einen Aufschwung im Kollegium erlebt wie an diesem Tag. Noch Fragen zum Konzept, oder ihr braucht Unterstützung bei der Planung, gerne helfe ich euch weiter.

Differenziertere QR-Codes

Wenn Unterricht jeden einzelnen Schüler optimal fördern will, dann muß er im Sinne innerer Differenzierung durchdacht werden“

https://uol.de/fileadmin/user_upload/diz/download/Veranstaltungen/Schulische_Inklusion/Schulische_Inklusion_19-5-2015/Wischer_Vortrag.pdf

Guter Unterricht muss differenziert und angepasst auf die einzelnen Schüler sein. Gerade der Einsatz von Learning Apps, Erklärvideos oder auch Links zu Fachartikeln ermöglichen es die SuS bei der Bearbeitung von Aufgaben zu Unterstützen. Neben der Unterstützung im Unterricht können die oben genannten Formate auch immer wieder zu Übungszwecken oder Prüfungsvorbereitungen genutzt werden. Meist schaut dann ein Arbeitsblatt mit 5 QR-Codes nicht mehr übersichtlich aus. Die Website qr-lernhilfen.de von Johannes Mann ermöglicht es hinter einem QR-Code mehrere Links und Informationen zu verstecken. So können SuS nach ihrem eigenen Bedarf auf Hilfen zugreifen, Lösungshinweise bekommen oder sogar am Ende die Aufgabe lösen. Durch diese Art der Differenzierung können schwächere Schüler sich ihre Hilfe holen, ohne das sie nach vorne zum Pult gehen müssen um sich die gelbe Hilfe Karte zu holen. Nach meiner Meinung ein wichtiger Aspekt den man bei Differenzierung im Unterricht nicht vernachlässigen darf. Welcher Schüler traut sich denn vor die Klasse zu gehen, die einfachsten Aufgaben auszuwählen und im Anschluss noch die Hilfe Karte zu holen. Stärkere SuS hingegen möchten nicht als Streber der Klasse auch noch die Zusatzaufgaben abholen.

Mit der Website ist es super einfach differenzierte QR-Codes zu erstellen. Nach einer kurzen Registrierung kann man gleich loslegen. Die Website ist kostenlos, bittet aber um eine kleine Spende damit sie sich selbst tragen kann. Für diese tolle Funktion ist es nur fair auch etwas zurückzugeben.

Ich habe für meinen Unterricht in der 10. Klasse Behandlungsassistenz einen beispielhaften QR-Code erstellt. Die erste Hilfe ist ein Denkanstoß um die SuS auf die Richtige Lösung zu bringen, die zweite Hilfe ist ein Link zum Lernvideo. Statt einer dritten Hilfe habe ich eine Zusatzaufgabe für Experten eingebaut. Im folgenden findet Ihr einen Screenshot sowie den fertigen QR-Code zum testen.

https://qr-lernhilfen.de Bildauschnitt: Zusammenstellung des QR-Codes

Fazit:

Ein geniales Tool um den eigenen Unterricht digital zu unterstützen und differenziert zu arbeiten. Im Referendariat wird man immer auf diese Art von Unterricht hingewiesen, im Lehrerleben denkt man allerdings nicht immer daran. Mithilfe dieser kleinen Anwendung kann Differenzierung und Personalisierung von Unterricht schnell und einfach erreicht werden. Einfach ausprobieren!

PerLEN 4.0

Digitales Lernen – Schulversuch PerLen 4.0 startet an den Berufsschulen I und II in Kempten

Unterricht der Zukunft: Digitalisierter und personalisierter Unterricht an berufsbildenden Schulen – Die Vorbereitung auf die Arbeitswelt von morgen beginnt bereits heute an den Staatlichen Berufsschulen I und II in Kempten. Beide Berufsschulen nehmen seit diesem Schuljahr als einzige Schulen aus Schwaben an dem bayernweiten Schulversuch PerLen 4.0 teil.

Zu Beginn des Schuljahres 2021 haben die beiden Berufsschulen I und II in Kempten den Zuschlag bei der Ausschreibung um die Teilnahme an dem dreijährigen Schulversuch „PerLen 4.0“ des Bildungspaktes Bayern erhalten. Bayernweit nehmen insgesamt 14 Berufsschulen teil, die beiden Kemptener Schulen vertreten dabei Schwaben.

Der Name des Schulversuchs „PerLen 4.0“ ist dabei sowohl Programm als auch Ziel: „Personalisiertes Lernen“ steht ganz im Fokus der Digitalisierung und Gestaltung neuer individueller Lernangebote, welche auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler und die Erfordernisse der modernen Arbeitswelt angepasst werden sollen. Der Zusatz 4.0 ist dabei angelehnt an die Bezeichnung aus Wirtschaft und Industrie 4.0, welche auf den vierten Entwicklungsschritt der Industriellen Revolution anspielt und vor allem die Digitalisierung und Automatisierung betont. Digitalisierung hat bereits vor der Corona-Krise gerade an den berufsbildenden Schulen Einzug gehalten. Die aktuelle Entwicklung hat den Beginn und die Umsetzung lediglich beschleunigt.

Träger des Schulversuchs „PerLen 4.0“ ist der Bildungspakt Bayern in Kooperation mit dem bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus. Unterstützt wird das Projekt von prominenten Partnern wie der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (VbW) oder BMW als weiterem Partner. Zudem ist eine Zusammenarbeit der beruflichen Schulen mit der Hochschule in Kempten geplant. Die am Schulversuch beteiligten und involvierten Lehrkräfte kommen aus verschiedenen Abteilungen der beiden Schulen. Dabei steht die Berufsschule I Kempten für die Ausbildung in technischen Bereichen wie Elektrotechnik, Mechatronik, Metalltechnik, IT-Technik und Druck- und Medientechnik. Die Berufsschule II begleitet das Projekt in den Fachbereichen Gesundheit, Industrie und Steuer.

Insgesamt sind an beiden Berufsschulen projektbezogen über 15 Lehrkräfte in einem Zeitraum von 3 Jahren mit der Entwicklung, Ausarbeitung und Umsetzung verschiedener Unterrichtskonzepte und digitaler Unterstützungsangebote beteiligt. Von Seiten des Ministeriums werden Ressourcen in Form von Anrechnungsstunden zur Verfügung gestellt.